Bayrisch

Wo wird Bayrisch gesprochen?

  • Bayern (Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, östl. Oberfranken, südöstl. Mittelfranken)
  • Schweiz (Samnaun, Graubünden)
  • Italien (Südtirol)
  • Ungarn (Ödenburg)
  • Tschechien (Böhmerwald)

Die Besonderheiten

Kein „Ü“: Man ersetzt das Ü durch einen anderen Laut oder das ganze Wort

Beispiele:

  • Kübel ↔ Kiewe
  • Zurück ↔ z'ruck
  • Müde ↔ miad
  • Schüler ↔ Schuikind

Man benutzt im Bayrischen kein Präteritum

Beispiele:

  • Wo warst du? ↔ Wo bist gwesn
  • Ich ging nach Hause ↔ I bin hoam gannga

Die Aussprache bestimmter Vokale:

à sehr helles à, wie in Pàrà:de, Kàrà:t, Spàgà:t;
Beispiele: Rà:de/Rà:di = Rettich; Mà:dl = Mädchen
å dumpfes a, zum offenen o klingend, wie in Wort, Post, Moll, toll.
Beispiele: i håb = ich habe, i måg = ich mag
a Normales a, wie in Fahrkarte, Straßenbelag, Lager.
Beispiele: Walli = Walburga, Abrui = April, Datzn = Tatze
e geschlossenes e wie in Rebe, Leben, Fee.
Beispiele: Bredl = Brett, des = das
ä das geschlossene e wie schriftdeutsch nett, fett wird bairisch als ä gesprochen.
Beispiele: sehgn [säng] = sehen, Besn [Bäsn] = Besen
o geschlossenes o wie schriftdeutsch Lob, Soße
Beispiele: Topferl [Dobbfàl] = Töpfchen, derschrocken [dàschroggà] = erschrocken

Linguistische Klassifikation:

  • Indogermanisch
    • Germanisch
      • West-Germanisch
        • Hochdeutsch
          • Oberdeutsch
            • Bairisch